Poggio San Lorenzo - Kloster Farfa

Mit Rieti verlassen wir Franziskus, der mich lange begleitet hat. Aber in Rom werde ich ihn wieder treffen, als Papst oder vor der Lagerandbasilika. Mein Weg führte mich lange an einem ausgetrockneten Fluss entlang. Teilweise war es nur ein schmaler Steg, durch den ich das Wägelchen ziehen musste. Dann kam eine Stelle,  wo der Weg abgebrochen war. 1,50 tief. Also Rucksack aus dem Wägelchen und Wägelchen schon mal in die Tiefe; wer weiß, ob ich da wieder hoch komme, um das Wägelchen nachzuholen. Dann mit Rucksack einen Satz in die Tiefe. Auf der anderen Seite hoch ging es besser, da dort mittlerweile Stufen waren. Nun das Wägelchen nachgeholt, Rucksack hinein und weiter ging's.
Irgendwann war dieser Weg auch zu Ende und es ging über Asphalt weiter. Über kleine Schotterwege gelangte ich schließlich zu einer alten Römerbrücke aus dem 3. Jh., die mich über einen ebenfalls ausgetrockneten Bach führte.

Bisher gab es keine nennenswerte Höhenunterschiede. Nun wurde es aber anders. In den nächsten vier km musste ich 180 m zulegen, bevor es dann wieder 110 m abwärts ging. Inzwischen habe ich meine Unterkunft im Kloster Collins Sacro Chöre gefunden und kann hier zu Abend essen und Morgen frühstücken, denn es gibt hier sonst nichts.

Es war das erste Mal, dass ich heute morgen meine Weckmelodie überhöhrt habe und erst nach 7 Uhr wach wurde. Es ging darauf alles viel schneller als sonst. Um kurz vor 8, war ich dann auch beim Frühstück.
Dann ging es die nächsten km bergauf und bergab; Grundtendenz aber bergab. Später führte der Weg an einem kleinen Bach entlang; dieser sollte mir im Laufe des Tages noch zur Irritationen führen. Nachdem ich in Toffia auf dem Berg war und hinunter in die Täler schauen konnte und die gegenüber liegenden Berge sah, die mit größeren und kleineren Olivenplatagen bepflanzt waren, war das schon ein tolles Bild. Bei den Bergen handelt es sich um die Sabinischen Hügel. Die Region ist Hauptproduzent des italienischen Olivenöls.
Nun zu dem Bach, von dem ich gerade gesprochen habe. Kurz vorm Ziel, etwa 500 m, musste ich drei Anläufe nehmen, um auf den richtigen Weg zu kommen. Kennt Ihr die Situation: Es gibt drei Wege, zwei sehen nicht so gut aus und der dritte toll gepflastert. Welchen werdet Ihr gehen. Sagt jetzt nicht, den Richtigen, sondern vermutlich den Gepflasterten. Ja, genau so ist es mir ergangen. Zwei waren falsch und konnten mich nicht zum Kloster Farfa führen, denn um zum Etappenziel zu gelangen, musste ich den Bach durchschreiten. Das ich dann in der Hitze noch 70 m steil zum Kloster hinauf musste, ist eine andere Geschichte. Die Abtei Farfa zählte einst zu den mâchtigsten Klöstern Italiens. Viele Rompilger, Kaiser, Bischöfe oder auch der hl. Franziskus, fanden hier ein Quartier. Und ich gehöre nun auch dazu.
Ich freue mich auf den nächsten Abschnitt nach Montelibretti, wo ich bei einer deutschen Familie nächtigen kann. Also Morgen oder Übermorgen mehr.

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