Borgo Valsugana, Primolano, Compolongo

Hallo Ihr Lieben,

heute ist Sonntag. Es ist nur ein kurzer Weg bis Borgo Valsugana.
Mein Weg von Hotel aus, in dem ich in der letzten Nacht geschlafen habe, geht leicht bergauf. In der Altstadt erreiche ich die Pfarrkirche Santissimo Redentore und erhalte noch den Schlußsegen. Dann kann ich Bilder von dem herrlichen Gotteshaus machen. Ich erreiche am Ortsende das sechseckige Wallfahrtskirchlein Madonna de Pezo. Hier hat gerade ein Gottesdienst begonnen, den ich nun in italienischer Sprache folge. Weiter führt der Weg nach Selva. Auf dem Weg begegne ich immer wieder Zeugen der Römerzeit. Auch haben hier schwere und erbitterte Kämpfe im ersten Weltkrieg stattgefunden. Von Selva geht es abwärts und dann 11 km auf dem Radweg nach Borgo Valsugana. Immer mehr Radfahrer, alt und jung halten an, drehen um und kommen zurück um mit mir in Gespräch zu kommen. Sie sind begeistert und freuen mit mir, dass ich den Weg nach Rom gehe. In den mir zur Verfügung stehenden Sprachen versuche ich deren Fragen zu beantworten. Es kommt immer ein liebevolles Lächeln, kein Mitleid.
 Borgo ist schon von weitem zu erkennen an den hoch auf dem Berg stehenden Castello Telvana. Als neuen Partner habe ich jetzt die Brenta, einen Fluss den ich auch in den nächsten Tagen folgen werde.
In Borgo angekommen esse ich erst mal ein Fruchteis und gehe weiter zur Kirche Pieve della Nativita di Mariä. Der dort befindliche Altar wird restauriert und ist verkleidet. Dann zur Kirche St. Anna  und in unmittelbarer Nähe befindet sich meine heute Herberge. Es ist ein privates Zimmer, wo ich schlafen darf. Irene hat B&B angeboten, war aber belegt. Hat mich bei ihrer Freundin Cristina untergebracht. Cristina ist Krankenschwester, kommt aus Serbien und hatte Nachtschicht. Habe mir eine Riesenpizza gekauft, Rest habe ich gerollt am anderen Morgen gegessen. Nachts war ein herrliches Wetterleuchten zu beobachten. Trotz Gewitter und Regen am frühen Abend, war eine Temperatursenkung nicht gegeben. 

Am anderen Morgen konnte ich wie gewöhnlich in der Küche meine Sachen vorbereiten. Cristina hatte mir noch etwas Obst hingestellt, was ich nun verarbeiten konnte. Dann ging es wieder Stufe für Stufe von 3. Stock nach unten. An der Ecke kaufte ich noch ein Brot und dann ging es die nächsten 20 km immer an der Brenta entlang; mal rechts und mal links. Das Flusstal war noch recht breit und es gab noch Apfelplantagen, vermehrt aber jetzt auch wieder Mais.
Inzwischen hatte ich die Regionsgrenze nach Venetien überschreiten. Die Landschaft änderte sich. Die Berge wurden zu nackten Felsen, die unmittelbarer Nähe bis weit über 2000 hinauf ragten. Ich machte eine Pause. Die nutzte der Himmel um mir eine Dusche zu schicken. Nach 15 Minuten war alles vorbei. Ich ging weiter durch ein Biotop. Die Luft war wie in der Sauna nach einem Wasseraufguss. Das gleiche Spiel 1 Stunde später. Durch das enge Tal ging es weiter nach Tezze. Schließlich erreichte ich nach 8 Stunden und 27 km Primolano, ein Ort, der eigentlich nur von steilen Felsen umgeben ist. Paolo führt dort ein kleines Hotel, bloß heute hat er geschlossen. Doch wir hatten uns verständigt. So zeigte er mir mein Zimmer und ich konnte wieder schalten und walten, wie ich wollte.

Heute morgen ging er mit mir hinaus und zeigte mir den Weg, damit ich aus den von Felsen geschlossen System wieder auf den richtigen Weg komme.
Nun ging es 22 km durch viele Dörfer des Valbreta. Etwa 10 km durch ein enges Tal mit hohen nackten Felsen und schließlich öffnete sich das Tal und die Felsen rückten in die 2 Reihe. Niedrigere und bewaldete Berge traten in den Vordergrund.
Kurz vor Compolongo, wo ich in einem Restaurant, dass auch Zimmer vermietet, an kam, gab ich meinen Füßen ein Erfrischungsbad in der Brenta. Es war doch nicht so warm, wie ich annahm. Nun kamen meine Füße Mal wieder auf normale Betriebstemperatur 😩😊.
Nun sitze ich hier im 2. Stock, kein Fahrstuhl, und schwitze schon wieder, obwohl geduscht. Aber Euch geht es vermutlich ähnlich.

Morgen Vormittag werde ich Bassano del Grappa erreichen. Apropos Grappa: Der typische italienische Schnaps aus Trester stammt von der italienischen Bezeichnung graspo (Traube) und nicht vom Monte Grappa, nach dem der Ort benannt ist.
Ich werde den Weg durch die Stadt nehmen und die auf dem Weg liegenden Sehenswürdigkeiten festhalten, denn ich gehe weiter bis Rossano, wo ich in einer Albergo  übernachten werde. Höhenmäßig wird sich kaum etwas ändern.

Wenn ich jetzt von Balkon meines Zimmers schaue, sehe ich, dass dort wo ich hergekommen bin, es jetzt schon regnen muss.  Ein Gewitter liegt noch hinter den Bergen. Dementsprechend ist die Luft.
Morgen mehr ( vorausgesetzt Internet).

Alles Liebe Euch
Euer
Herbert

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die ersten drei Tage

Soltau und weiter