Poggio Bustone - Rieti - Eremo Greccio




Ein wenig unheimlich war es, in einem riesigen Schlafsaal alleine zu schlafen. Gut, Mäuse gab es nicht, aber ein größerer Falter wollte durch die Scheibe nach draußen. Also öffnete ich ihm das Fenster. Dann gab es noch ein Gewitter und es schüttete mal wieder, wie aus Eimern. OK, es ist Nacht. Aber es braucht doch schon einiges an Zeit, bis die Sonne die Feuchtigkeit hat verdunsten lassen. Unter diesen Umständen wollte ich keine 160 m hoch und 240 m über glitschige Flächen laufen. Ich zog über steile Betonpisten aus dem Ort, ging dann aber nicht in den Berg hinein, sondern geradeaus in Richtung Landstraße. Da traf ich sie wieder. Fünf lustige italienische Pilger. Wir waren uns am Vortag schon einige Male begegnet. Einige von ihnen ließen sich die saftigen Feigen zum Frühstück schmecken. Als ich dann ein Hinweisschild nach Rieti sah, mit nur noch 7,5 km, war das selbst meinem Ego zu wenig, um den Tag nur in der Stadt zu verbringen. Also machte ich von meinem Vorsatz keinen Gebrauch und ging nach Cantalice. Dabei musste ich einiges an Höhenmeter wieder zulegen. Das Spannendste kam, wie immer, zum Schluss. Um meinen Weg fortzusetzen, musste ich ganz auf den Berg. Dies ging über Stufen. Hat von Euch schon jemand 100 m Höhe mittels Stufen überwunden? Ich habe sie nicht gezählt, es müssen aber mehrere 100 gewesen sein. Cantalice, eine hübscher alter Ort, wo viele Häuser förmlich übereinander an den Berg geheftet sind. Im Wesentlichen ging es dann bis Rieti nur noch bergab. Vorbei an der Kirche die San Felice aus dem 17. Jh., Geburtsort des hl. Felice da Cantalice und über die Einsiedelei La Forersta, das Santuari di San Felice all'Acqua. Dann ging es auf der Straße hinunter nach Rieti.

Im Haus der Schwester von Divino amore darf ich nun 2 Nächte bleiben um morgen mit dem Bus zur Einsiedelei Greccio zu fahren. Hier hat Franziskus 1223 die Geburt Christi mit Personen darstellen lassen; der Ursprung der Weihnachtskrippe.

Hier wollte ich die letzte Italien-App öffnen. Oh Schreck, sie hatte einen Ladefehler. Auch ein Neustart brachte kein besseres Ergebnis. Ohne App weiterlaufen, nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Silvia und Rüdiger haben mir vom PC zu Hause, die Datei als E-MAI-Anhang geschickt. Aber auch sie hatte den gleichen Fehler. Danke Euch Beiden. Die Einzelnen Streckenabschnitte konnten sie nicht finden; schlechte Organisation auf meinem PC!!!!
Jetzt konnte nur noch Ferdinand helfen, der den Weg schon gegangen ist und das entsprechende Buch dazu geschrieben hat. Gott sei Dank, er war zu Hause und schickt mir die letzten Tage bis Rom. So wird vermutlich alles gut ausgehen und ich sicher in Rom ankommen. Ferdinand, Dir von dieser Stelle schon einmal ein herzliches Dankeschön.

Greccio

Während ich am Vormittag am Velino in Rieti gelaufen bin und vorher noch einige Einkäufe gemacht habe bin ich am frühen Nachmittag doch nach Greccio mit dem Bus  gefahren und habe die mitgebrachte Pizza gegessen. Greccio liegt direkt am Hang in 600 m Höhe, es gibt hier zwei Hände  voll Häuser und fast jedes hat ein Motiv mit Franziskus. Eine Apotheke und mindestens zwei Restaurants. Dann gibt es eine Kirche und die Einsiedelei. Einen großen Dorfplatz mit einer Wasserquelle. Es ist ruhig hier. Einige sitzen vor dem Restaurant, andere vor ihrer Haustüre. Es ist angenehm warm, denn der Himmel ist bewölkt.  Ich lasse alles auf mich wirken. Mal sehen was passiert. Bis 18 . 45 habe ich hierfür Zeit.  Dann fährt wieder ein Bus zurück nach Rieti. Den sollte ich in diesem "Gewühle" nicht verpassen.
Inzwischen kommt aus einem Wohnhaus Akkordeonmusik. Es klang fast wie : Auf der Reeperbahn. ... Eine Gruppe von Pilgern mit viel Gepäck sind gerade eingetroffen. Nun erstmal ein kühles Bier.

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